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Volksmusik gilt als Ursprung der populären Musik und blickt auf eine sehr lange Tradition zurück. Diente die Volksmusik einst dazu, Geschichten, Ereignisse oder Traditionen zu überliefern, so hat sie heute ihren festen Platz in der Musikwelt und gestaltet sich weltweit sehr unterschiedlich. Dabei reicht das Spektrum von traditioneller Volksmusik, die mit alten Instrumenten gespielt wird bis hin zum modernen Schlager mit Elementen der Volksmusik. Die traditionelle Volksmusik erzählt auch heute noch von Geschichten, Kenntnissen, bestimmten Fertigkeiten, Praktiken und Sitten aus der Zeit, in der sie entstanden sind und die über Generationen weitergegeben wurden. Dadurch ermöglicht sie viele interessante Einblicke in längst vergangene Zeiten und vergessene Kulturen. Zu den wohl bekanntesten Volksliedern, die sich heutzutage auch hierzulande noch einer großen Beliebtheit erfreuen, zählen beispielsweise die Weihnachtslieder. In anderen Ländern, wie Spanien oder Argentinien ist der Flamenco oder der Tango noch heute fester Bestandteil der Kultur und steht für die landestypischen Traditionen.

 

 

Charakteristische Merkmale der Volksmusik

 

Die charakteristischen Merkmale der Volksmusik sind ihre eingänglichen, einfachen Harmonien und Wiederholungen, die meist in der Tonart Dur gespielt werden und zweistimmig angelegt sind. Im Vergleich zu volkstümlicher Musik, die hauptsächlich elektronisch produziert wird, wird Volksmusik auf echten Instrumenten gespielt, die oftmals handgemacht sind und auf denen gestrichen, gezupft, geblasen oder mit Klöppeln geschwungen wird. Volksmusik existiert in nahezu allen Ländern der Welt, wobei sie sich hier in Bezug auf die Instrumente unterscheidet, die in jedem Land anders ausfallen. Jede Region und jedes Land hat ihre ganz eigenen Spielweisen. Die Musik wurde damals Zeiten von umherziehenden Musiker weitergegeben. Zwar ist diese Tradition in Europa so gut wie ausgestorben, in anderen Ländern jedoch ist diese Art der Übermittlung von Musik auch heutzutage noch üblich. Wie einst französische Troubadoure ziehen beispielsweise noch heute die Baul-Musiker in Indien durch die Lande, um ihre Lieder weiterzugeben.

 

Gegensätze und Verschiebungen der Begriffe

 

Im allgemeinen Bewusstsein existieren Gegensätze und Verschiebungen in Hinblick auf die Begriffe, die vom Popsong bis zum Schlager reichen. Oftmals werden die Begrifflichkeiten im Sprachgebrauch durch die Bezeichnungen Volksmusik oder volkstümlicher Schlager unterschieden. Für das 20. Jahrhundert kann der Begriff Volksmusik nicht klar definiert werden, wobei eine mögliche Unterteilung die Kategorie Volksmusik und die Kategorie volkstümliche Musik sein könnte. Die sogenannte neue Volksmusik, die auch Volksmusik genannt wird, verbindet Elemente des Jazz, der Folklore und Rock mit alpenländischer Volksmusik. Die traditionelle Volksmusik stammt aus bäuerlichen, dörflichen oder kleinstädtischen Gemeinschaften und entwickelte sich aufgrund der sozialen Unterschiede relativ selbständig. Volksmusik war stets ein Spiegel der jeweiligen Lebensweise, und in die alltäglichen Lebensprozesse oder in Feste eingebunden. Volksmusik kann als die wesentlichste Quelle der populären Musik bezeichnet werden, wobei es ihr jedoch am Darbietungscharakter fehlte, da sie der mündlichen Überlieferung von Geschichten und Traditionen diente, so wie es in der Gesellschaft zu Zeiten vor der Industrialisierung gängig war. Gegenüber der populären Musik ist Volksmusik heutzutage in den Hintergrund gerückt. Zwar vertrat Goethe die Ansicht, dass als Volksmusik nur diejenige Musik bezeichnet werden könne, die anonym aus dem Volk entstanden ist, doch trug er selbst eigene Volkslieder bei, so, wie auch viele andere Autoren und Komponisten von Liedern bekannt sind.

 

Die Volksmusik heute

 

Auch heute noch entstehen Volksmusik und Volkslieder nach alter Tradition. In Europa beziehen sich die frühesten Aufzeichnungen von Volksmusik auf geistliche Musik, aus der ein Teil der volksmusikalischen Traditionen entstammt. Zu den ersten aufgezeichneten Musikkulturen zählen die Lieder der Minnesänger und Troubadoure, die als Vorläufer der Kunstmusik sowie auch als der Ursprung zahlreicher Volkslieder betrachtet werden. Die Volksmusik konnte in den vergangenen Jahrhunderten oftmals einen großen Beitrag dazu leisten, regionale oder nationale Identitäten zu schaffen und zum Teil finden sich diese Prägungen bis heute in Europa. Während der baltischen „singenden Revolution“ beispielsweise spielten die heimischen Volkslieder eine ganz wesentliche Rolle. Die Flamenco-Musik beispielsweise prägt bis heute einen Teil der Identität Spaniens, ebenso, wie der Fado in Portugal oder der Tango in Argentinien. Auch alte Sprachen konnten durch die Volksmusik überleben. In den Volksliedern werden beispielsweise Elsässisch, Provenzalisch oder Gälisch in den jeweiligen Sprachen am Leben gehalten.

 

Volksmusik und volkstümliche Musik

 

Seit dem dritten Reich ist das Verhältnis zur Volksmusik in Deutschland sehr gespalten, denn die Nationalsozialisten luden die Traditionen des Volkes für ihre Zwecke ideologisch auf. Aus diesem Grund galt die Volksmusik sehr lange als politisch belastet.

Durch das daraus entstandene Vakuum konnte sich die sogenannte volkstümliche Musik etablieren und die Protagonisten dieser Szene erzielen heutzutage in Deutschland mehr Umsatz durch Konzerte, die Veröffentlichung von CDs und Auftritte im TV, als Popmusiker

 

Volkstümliche Lieder und ihre Merkmale

 

Die volkstümliche Musik lehnt sich in vielen Facetten an die Volksmusik an. Die Melodien und die Instrumentierung orientieren sich an Volksmusiken, auch wenn es sich um zeitgenössische Musik-Produktionen handelt, die musikalisch nur wenig mit den eigentlichen Traditionen in Zusammenhang stehen. Oftmals unterscheiden sich die Texte volkstümlicher Lieder von denen der Volksmusik. In der Regel erzählt die traditionelle Volksmusik von tatsächlichen Begebenheiten und verwendet eine meist sehr symbolische Sprache. Im Gegensatz dazu orientieren sich die meisten volkstümlichen Lieder an den Sprachgepflogenheiten des modernen Schlagers. Dadurch, dass die Verbreitung von Musik durch die modernen Medien erfolgt, sind die rein mündlichen Lieder-Überlieferungen hierzulande so gut wie überhaupt nicht mehr zu finden. Die alten Volkslieder wurden in vielerlei Hinsicht von den Pop-Evergreens abgelöst. Zu finden sind die alten Volkslieder in Lied-Sammlungen wie der „Mundorgel“. Bieten in vielen anderen Kulturen besondere Festlichkeiten und Familienfeiern bis heute den Rahmen, um gemeinsam zu singen und zu musizieren, so ging diese Tradition in Deutschland beinahe zur Gänze verloren. Die einzigen Lieder dieser Art, die sich auch heutzutage noch einer großen Beliebtheit erfreuen, sind die bekannten Weihnachtslieder.

 

 

Was ist ein Quintett- Quintett in der Volksmusik

 

Als Quintett wird in der Musik eine Gruppe von fünf ausführenden Musikern oder ein Musikstück, das für eine solche Gruppe komponiert wurde bezeichnet. Die Verwendung und Charakteristik des Quintetts in der klassischen Musik ähnelt dem des Quartetts. Als übliche Besetzungen haben sich das Streichquintett, das Bläserquintett, das Holzbläser und Streichquartett, das Klavierquintett und das Blechbläserquintett herauskristallisiert. Auch in der Volksmusik hat das Quintett seinen festen Platz. Eine für die Volksmusik typische Quintett-Besetzung besteht beispielsweise aus Geigen, Bassgeige, Harmonika und Hackbrett. Doch auch zahlreiche andere Quintett-Besetzungen haben sich in Bezug auf die Volksmusik etabliert und es ist heutzutage auch üblich, innerhalb eines Quintetts die alten und neuen Instrumente zu vermischen und somit das Klangbild kreativ zu erweitern.