Geschichte Volksmusik

In Deutschland erhielt das Volkslied seinen Namen von Johann Gottfried Herder vor dem Hintergrund eines sich Ende des 18. Jahrhunderts entwickelnden Nationalbewusstseins, wobei erst schottische und dann auch deutsche Lieder als Volkslieder bezeichnet wurden. Herder und in seiner Nachfolge den Romantikern ist es zu verdanken, dass heute die wichtigsten Sammlungen und Aufzeichnungen von Volksliedern existieren.

Dabei zählt die Zusammenstellung von Brentano, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts zahlreiche Bände mit dem Titel „Des Knaben Wunderhorn“ publizierte zu den berühmtesten. Wurde das Verständnis vom Volkslied von den Arbeiten der Romantiker ganz wesentlich geprägt, so wurde der Begriff des Volksliedes bis in die heutige Zeit nicht klar definiert. Einerseits gilt das Volkslied als eine Schöpfung des Volks und meint Lieder, deren Texte und Melodien nur mündlich überliefert wurden, doch gehen auch diese Lieder oftmals auf einzelne Urheber zurück, die heutzutage meist unbekannt sind.

Andererseits wurden auch viele Kunstlieder zu Volksliedern. Insbesondere der Komponist Franz Schubert schuf zahlreiche Lieder, die sich sowohl als Kunstlieder bei öffentlichen Konzerten, als auch als allgemeines Liedgut durchgesetzt haben, wie u.a. der berühmte „Lindenbaum“.